Fotografie • Fotojournalismus

New Topographics

Die amerikanische Landschaftsfotografie der New Topographics, die sich ungefähr zur Mitte der 1960er Jahre entwickelte, wandte sich bewusst gegen die traditionelle romantisierende Landschaftsfotografie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Für Generationen von Landschaftsfotografen, wie William Henry Jackson, Edward Weston, Ansel Adams oder Eliot Porter, war Landschaft Ausdruck von zeitloser, vom Menschen unabhängiger Schönheit und Erhabenheit der Natur sowie Bestandteil der amerikanischen Identität. Die Fotografen der New Topographics, wie Lewis Baltz, Robert Adams oder Stephen Shore, interessierten sich hingegen gerade für Landschaften, die durch die Anwesenheit und den Eingriff des Menschen geprägt worden waren, und für Landschaften, die aufgrund ihrer Banalität bis dahin keine fotografische Aufmerksamkeit erlangt hatten: Vorstadtsiedlungen, Straßenkreuzungen, Parkplätze, Industrieanlagen, Agrarlandschaften, kurz: urbane und suburbane Randbereiche jeglicher Art. Ihre fotografischen Ortsbeschreibungen erfolgten präzise, sachlich-nüchtern, zuweilen fast klinisch, unter strenger Zurückhaltung des Autors und damit vordergründig auch ohne kritische Haltung.

Die fotografische Strömung der New Topographics hat in den Genres Landschaftsfotografie und Architekturfotografie einen Paradigmenwechsel eingeleitet und diese bis heute maßgeblich geprägt. Sie hat darüber hinaus das Schaffen zahlreicher Fotografen, beispielsweise aus der sogenannten Becher-Schule, massiv beeinflusst.

Der Vortrag beschreibt die New Topographics als eine der Wurzeln gegenwärtiger fotografischer Tendenzen und stellt ihre hauptsächlichen Vertreter, ihre Vorläufer sowie Fotografen vor, die in der Tradition der New Topographics stehen.