Fotografie • Fotojournalismus

Die Fotografie der Zwanziger Jahre

Die Zwanziger Jahre markieren einen Wendepunkt in der Geschichte der Fotografie. Nach dem ästhetisch rückständigen und unselbständigen Piktorialismus findet das Medium Fotografie mit dem Neuen Sehen zu sich selbst. Nahezu zeitgleich kommen in Amerika die Straight Photography mit Vertretern wie Alfred Stieglitz, Paul Strand, Edward Weston und Ansel Adams, und in Europa die Neue Sachlichkeit auf, vertreten durch Albert Renger-Patzsch, Karl Blossfeldt oder August Sander. Neben diesen Strömungen entwickelt sich insbesondere am Dessauer Bauhaus eine experimentelle fotografische Avantgarde, die erstmals die Möglichkeiten des Mediums bis an seine Grenzen auslotet, sei es durch Fotomontage, Fotogramm, Tonwertumkehr oder Pseudosolarisation. Namen wie Man Ray, László Moholy-Nagy und Alexander Rodtschenko sind nahezu zum Synonym für fotografischen Innovationsgeist geworden. Und nicht zuletzt kommt in dieser Zeit mit der Verfügbarkeit handlicher Kameras und lichtstarker Objektive der Bildjournalismus moderner Prägung auf.

Der Vortrag stellt die fotografischen Strömungen der Zwanziger Jahre mit ihren Charakteristika vor und ordnet sie im fotohistorischen Kontext ein. Beispielbilder der wichtigsten Fotografen aus dieser Zeit illustrieren Bildauffassungen und künstlerische Konzepte.