Fotografie • Fotojournalismus

Die Fotografie der Fünfziger Jahre

Nach dem auch kulturellen Kahlschlag des Dritten Reichs und des Zweiten Weltkriegs stellen die Fünfziger Jahre einen Neubeginn in der Fotografie dar. Subjektive Fotografie, Livefotografie und die persönlichkeitsbezogene Porträtfotografie verarbeiten die vorangegangene humanitäre Katastrophe auf ihre je eigene Art und Weise. Während die Subjektive Fotografie – anknüpfend an das Neue Sehen der Zwanziger Jahre – in strengen formalen Konzepten Wirklichkeit abstrahiert, wendet sich die Livefotografie – unterstützt durch den Boom von Zeitschriften und Illustrierten – der Realität menschlichen Daseins zu. Den Menschen als einzigartiges Individuum abzubilden, ist eine Auffassung in der Porträtfotografie, die von den Fünfziger Jahren an bis weit in die Siebziger Jahre hinein Bestand hat. Bevorzugt werden Porträts von Prominenten angefertigt und zu Ikonen und fotografischen Denkmälern stilisiert.

Die etwas später einsetzende Street Photography kann nicht mehr als direkte Reaktion auf die politischen Ereignisse der Dreißiger und Vierziger Jahre verstanden werden; vielmehr stellt sie den teilweise naiv-sentimentalen Humanismus und die strenge Formensprache der genannten bestehenden fotografischen Nachkriegsströmungen in Frage.

Alle fotografischen Strömungen werden in dem Vortrag ausführlich vorgestellt und behandelt. Übersichtsgrafiken helfen, die fotohistorischen Zusammenhänge zu verstehen.